Was ist Rehabilitationssport?

Rehabilitationssport wirkt mit den Mitteln des Sportes ganzheitlich auf Menschen mit oder mit drohender Behinderung ein. Er ist auf Art und Schwere der Behinderung und dem körperlichen Allgemeinzustand der Betroffenen abgestimmt.

Diese gesetzlich definierte Leistung bieten Gruppen, die in den Vereinen des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) organisiert sind, allen Menschen mit oder mit drohender Behinderung an. Die Qualität wird durch die betreuende Ärztin und die qualifizierte Übungsleiterin sichergestellt, die Art und Intensität des Rehabilitationssports anhand Ihrer Verordnung in enger Abstimmung miteinander festlegen. 


Rehabilitationsziel

Ziel ist es, die Ausdauer und Kraft zu stärken, Koordination und Flexibilität zu verbessern, das Selbstbewusstsein insbesondere auch die von behinderten oder von Behinderung bedrohten Mädchen und Frauen zu Stärken und Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Die Verantwortlichkeit für die eigene Gesundheit soll gestärkt und die gleichberechtigte, selbstbestimmte Teilhabe gesichert werden.

 

Leistungsumfang

Grundsätzlich ist die Verordnung von Rehabilitationssport im Umfang begrenzt.

  • Regelfall: 50 Übungseinheiten (Richtwert) innerhalb von 18 Monaten. Bei einer Bewilligung von weniger als 50 Übungseinheiten ist der vorgenannte Zeitraum angemessen zu verkürzen, um die Zielsetzung des Rehabilitationssports zu erreichen.
  • Bei bestimmten Indikationen (s. Rahmenvereinbarung Nr. 4.4.1):                 120 Übungsheinheiten/36 Monate
  • Eine längere Leistungsdauer ist nach Einzelfallprüfung möglich, wenn die Leistung notwendig, geeignet und wirtschaftlich ist.
  • Bei einer neuen Diagnose kann eine Neuverordnung in Frage kommen.

 


Ärtzliche Verordnung - Diagnose mit Spezifizierung/Funktionseinschränkung

Die Diagnose sollte eindeutig formuliert sein. Die Spezifizierung hilft Art und Intensität des Sportes individuell festzulegen. Art und Schweregrad der Funktionseinschränkung sind hier ebenso wichtig wie Prognose und Begleiterkrankungen. Ihre (nicht budgetbelastende) Verordnung (Formlatt 56) ist die Grundlage bei der Prüfung einer Kostenübernahme durch die Rehabilitationsträger und muss deshalb unbedingt enthalten:

  • Diagnose nach ICD 10 mit Funktions-/ Belastungseinschränkung im Sport
  • Rehabilitationsgrund/ -ziel(e)
  • Leistungsumfang und Anzahl der Übungseinheiten
  • Empfehlung hinsichtlich definierter Rehabilitationssportarten und Inhalte
  • Hinweis: Die Verordnung von Gerätetraining und Selbstverteidigungsübungen, die ausschließlich Übungen aus dem Kampfsportbereich umfassen, sind im Rahmen des Rehabilitationssports nicht möglich.


Vorgehen bei Indikationseinschränkungen

Ggf. ist die Verordnung durch Angabe von Belastungseinschränkungen und kontraindizierten Übungen zu präzisieren. Entsprechende Unterlagen sind für unsere betreuende Ärztin sehr hilfreich.


Umgang mit Ablehnung

Bei Ablehnung der Kostenübernahme sollten Sie überprüfen, welche der oben aufgeführten Punkte nicht ausreichend dargelegt wurden.

Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne weiter.

Motivieren Sie Ihre Patientinnen und Patienten zum Rehabilitationssport, denn Rehabilitationssport ist eine sinnvolle Investition in die Gesundheit. Dabei ist das lebensbegleitende Sporttreiben über den Verordnungszeitraum hinaus ein wichtiges Ziel.


Beispiele für Rehabilitationsziele:

  • Erhaltung/Stärkung der Funktion der Stütz- und Bewegungsorgane mit Blick auf: motorische (Rest-)Funktion, Statik und Struktur oder optimalen Hilfmitteleinsatz
  • Erhaltung/Verbesserung der Funktion der inneren Organe z.B. für: Herzkreislauf, Lunge, Niere, Stoffwechsel, arterielle/venöse Durchblutung
  • Erhaltung/Verbesserung der Kompensationsfunktionen bei Sinnesbehinderung mit Zielrichtung: Koordination und Bewegung, räumliche Orientierung oder optimalen Hilfsmitteleinsatz
  • Erhaltung/Verbesserung der Funktionen des peripheren und zentralen Nervensystems z.B. von: Koordination, Gleichgewicht, Feinmotorik oder Muskelkraft
  • Verbesserung der intellektuellen und motorischen Leistungsfähigkeit bei geistiger Behinderung
  • Verbesserung der psychomotorischen Stabilität bei psychischer Behinderung
  • Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstbehauptung behinderter und von Behinderung bedrohter Mädchen und Frauen.
  • Weitere Ziele:
    Dauerhafte Eingliederung in die Gesellschaft und das Arbeitsleben,
    Erreichen größtmöglicher persönlicher Unabhängigkeit,
    Hilfe zur Selbsthilfe,
    Stabilisierung/Verbesserung der Körperwahrnehmung





* Inhalte aus:  

http://www.dbs-npc.de/tl_files/dateien/sportentwicklung/rehabilitationssport/DBS_Flyer_Reha_Aerzte.pdf


Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport
(Muster 56):